Projekt
 "Hör-Bar" Hörerziehung durch Stationenlernen/ Erstellung von Hörpartituren
Problem/Frage Welche (schulischen) Unterstützungsmöglichkeiten bietet das Programm AUDACITY im Bereich des Faches MUSIK?
Ziele/ Strukturelle Merkmale
  •  Erprobung, Entwicklung und Umsetzung von Selbstlernkonzepten // Stationenlernen
  • zwei- bis dreistufige Sequenz mit individueller inhaltlicher und pädagogischer Gestaltbarkeit
  • Optimierung und Standardisierung graphischer Visualisierungsmöglichkeiten von Musik
  • Standardisierungsprozesse beim Erstellen von Hörpartituren (graphische Gestaltungsmittel, Verbalisierung/ Fachbegriffe, Fokussierung in Hörprozessen, Arbeitsorganisation, Strategien bei der Bewältigung von Höraufgaben)
  • Nutzung von vorhandenem Schallmaterial oder Erstellen neuer Materialien durch Einspielung und Bearbeitung
  • Sensibilisierung für musikalische Prozesse und Verläufe durch gezielt eingesetzte und didaktisch abgestimmte akustische Darstellungsmodule
  • Herstellen GEMA-freier Hörbeispiele für Unterrichtszwecke
  • Kennen lernen der Grundlagen des Programms AUDACITY zum Aufnehmen und Bearbeiten digitaler Audiodateien
  • Durchführung

    Materialien
    3 Stufen-Modell
    Stufe I:
    * Behandlung und Visualisierung von Einzelphänomenen (primäre und sekundäre Elemente)
    - Dynamik (Crescendo – Decrescendo, Terrassen, Hüllkurven)
    - Punkt- und/ oder Flächenklänge
    - Tempo
    - Tonhöhen-/ Melodieverläufe
    - Rhythmus
    -  Klang (Instrumente, Klangdichte, Klangverläufe/ Hüllkurven, Filterwirkungen)
    * Dreischritt:  Wahrnehmen  =>  graphisch Umsetzen  =>  Verbalisieren
    * Verwendung standardisierter/ vorgegebener graphischer Elemente oder Entwicklung eigener individueller Aufzeichnungsformen
    * Plausibilitätsprüfung und Diskussion zu den erstellten Grafiken, Evaluierung im Lerngruppenrahmen

    Vorschläge von Werken für die Erstellung von Hörbeispielen (in Ausschnitten):

          ·       Dynamik :„Moldau“ – Bauernhochzeit // Vorspiel 1. Arie Königin der Nacht // 1. Satz A-Dur Sinfonie (Mozart), „Te deum“ (Charpentier)
    ·       Flächenklänge: „Moldau“ – Elfenreigen // „Metamorphosen“ (R. Strauss) // Unanswered Question (Ives) // „Lux aeterna“ (Ligeti)
    ·       Punktklänge: „Moldau“ – Quelle // Pizzicato-Polka (J. Strauß)
    ·       Tempo: Ouvertüre „Zar und Zimmermann“ ; „Wildschütz“ (Lortzing) // „Les Preludes“ (Liszt) // „Till Eulenspiegel“ (R. Strauss)
    ·       Tonhöhen-/ Melodieverläufe: Szene „Schlange Kaa und Panther Baghira“ (Filmmusik „Dschungelbuch“) // „Bolero-Thema“ 
           (Ravel)
    ·       Rhythmus „Take five“ (Brubeck), Carmina burana // “Floret silva” (Orff)
    ·       Klang (Instrumente): „Moldau“ – Quelle bis Moldauthema // „Abschiedssymphonie“ (Haydn), Bolero (Ravel)
    ·       Beispiele für alle Bereiche auf „Yehudi Menuhin erklärt die Instrumente des Orchesters“ EMI Classics 50999 694404 2

    Stufe II:
    * bei leistungsstarken Lerngruppen oder vorhandenen Vorerfahrungen Einstieg mit Stufe II
    * Kombination von jeweils 2 der o.g. Phänomene
    * Erweiterungen des Wahrnehmungs- und graphischen Umsetzungsprozesses
    * Bearbeitung bekannter Musikbeispiele zu didaktisch nutzbaren Ausschnitten (2 kombinierte Phänomene)Stufe III:
    * Kombination von 3 oder mehr Einzelphänomenen
    * erweiterbar bis zu komplexen Originalbeispielen
    *  Einbeziehung von Form- und Gestaltungsaspekten (Imitation, Phrase-Gegenphrase, musikalisch-rhetorische Figuren, Antithetik, Parallelität etc.)
    * Hinzuziehen charakteristischer Stilmerkmale (Jazz, Pop, Rock, Ethno etc.)
    * graphisches Umsetzen ohne Vorgaben, Zusammenführen selektiver Hör- und Visualisierungsergebnisse
    * Hören und Darstellen in Partner- bzw. Kleingruppenarbeit

    Aufgaben des Lehrers:
    * Inhaltliche Auswahl und Vorbereitung der Beispiele
    * Gestaltung der Sequenzierung und inhaltlichen Progression
    * räumliches und technisches Arrangement
    * Zeitmanagement (Stationswechsel etc.)
    * Begleitung der Arbeits- und Umsetzungsprozesse
    * Gestaltung der Auswertung
    * Individuelle Förderung, aber auch Standardisierung
    * thematische Vernetzungen und Anbindungen gewährleisten

    Materialien:
    * Software: AUDACITY, LAME-MP3-Encoder
    * möglichst vorinstalliert oder auf CD-ROM
    * Lizenfreies digitales Schallmaterial.
    * Diverse Realia und Instrumente zur Erzeugung von Klängen. (nur bei eigener Einspielung/Aufnahme der Hörbeispiele)
    * Mikrofone/ Soundkarte im Falle der eignenen Aufnahme von Klangbeispielen
    Alternativen Angebot verschiedener konkreter Höraufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeits- und Komplexitätsgraden auf der Basis von vorbereiteten, abgestimmten Materialien/ Gestaltungselementen
    Hinweise "Duales System": Wesentlich für das Gelingen des Projekts ist einerseits die Vermittlung/ Initiierung von Bedienungs- und Gestaltungskompetenzen auf Seiten der Referendare, andererseits muss die Relevanz und Realisierbarkeit in schulischen Lerngruppen im Fokus bleiben. Abhängig vom Fortbildungbedarf der Teilnehmer sind 4 Stunden empfehlenswert. Vertiefende Nachfolgeprojekte bieten sich an, da der zeitliche Aufwand je nach Produkt erheblich sein kann. Einsatz von schon teilweise fertig gestalteten Elementen zur Straffung des Arbeitsprozesses
    Didaktischer Mehrwert
  • Hervorragende Eignung des Programms zum selbständigen inspirierten, kreativen Arbeiten
  • Basis für eine Selbstlernkonzeption im Bereich "Hörerziehung"
  • Kurze Einarbeitungszeit beim Ersteinstieg, umfangreiches, noch erweiterbares Nutzungspotential auch für schon erfahrene Anwender
  • Erfahrung der umfassenden.Herstellung und Bearbeitung von eigenen Unterrichtsmaterialien
  • Großes kreatives Potential des Programms, hohe Schülerorientierung.
  • Identifikation mit dem eigenen Tun im Erarbeitungsprozess sowie dem Endprodukt
  • Relativ überschaubares Vorbereitungsszenario in Organisation und Zeit
  • Arbeiten auf einer mindestens semiprofessionellen Audioplattform
  • Transportable, konvertierbare Produkte: MP3-/ und Wave-Dateien universell abspielbar und nutzbar.
  • Maßgeschneiderte, flexible Audiodateien, die auch im Nachhinein noch verändert werden können als mögliche Gestaltungselemente zur Straffung bzw. zeitökonomischen Gestaltung von Arbeitsprozessen.
  • Das Notebook als portables, hohen Qualitätsanforderungen genügendes Aufnahme- und Wiedergabegerät.
  • Evaluation Wer hat organisiert / durchgeführt / moderiert / geleitet?
    Wie selbstständig konnten / mussten / durften die Teilnehmer sein?
    Welche Unterstützung haben die Teilnehmer  durch andere / durch die Organisation / die Leitung erfahren? War das zu viel / zu wenig / genau richtig?
    Sind Ergebnisse / Prozesse auf andere Fächer / Fachbereiche im Seminar / zwischen den Seminaren übertragbar?
    War Mehrfachperspektivität (Schüler-/ Lehrersicht) berücksichtigt bzw. möglich?
    Wo könnten Ergebnisse als Prozess / als Ergebnis / als Anregung im Schulalltag auftauchen?
    Welche Chancen/ Schwierigkeiten können sich konkret vor und während der Gestaltung einer Unterrichtsstunde ergeben?
    Weitere Links /Arbeitsanregungen
  • Die deutsche Webseite zu AUDACITY
  • Ein Beispiel für kostenlose und lizenzfreie Sounds
  • Copyright
    Copyright © 2009, Gerald Joswowitz, 
    License: CC-by-nc-SA 3.0- DE